JL Energie

Strompreis

Aktuelle Entwicklungen auf dem deutschen Energiemarkt

Die von der Bundesregierung forcierte Energiewende ist im vollen Gange: bereits im Jahr 2022
soll das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz genommen werden. Gleichzeitig nimmt
der Ausbau von erneuerbaren Energien im zukünftigen Energieerzeugungskonzept eine zentrale
Rolle ein.

 

Strompreis

Dass es die Energiewende nicht zum Nulltarif gibt, wird sich zu Beginn des kommenden Jahres
für alle Privathaushalte bemerkbar machen: zum 01.01.2013 erhöht die Bundesregierung die
EEG-Umlage, die Umlage nach § 19 der Stromnetzverordnung sowie die KWK-Umlage.

Zusätzlich soll zum Januar die Haftungsumlage für Offshore-Windparks neu eingeführt werden.
Hierüber berät aktuell noch der Bundesrat, eine Entscheidung wird noch im Dezember dieses
Jahres erwartet.

Im Vergleich zum Vorjahr steigen die staatlichen Abgaben um 25 Prozent!

 

Erhöhung der EEG-Umlage

Was ist das eigentlich?

Mit der EEG-Umlage wird die Erzeugung von Strom in Anlagen erneuerbarer Energieträger gefördert, welche nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet werden. Diese Kosten werden gemäß EEG auf alle Verbraucher umgelegt.

EEG Umlage

1991 hieß es noch das Gesetz über die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz – kurz Stromeinspeisungsgesetz. Im Jahr 2000 wurde daraus das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das für die Förderung der Erzeugung erneuerbarer Energien steht.

Da eine nachhaltige Energieerzeugung zum heutigen Zeitpunkt noch nicht kostendeckend möglich ist, sind die EEG-Subventionen besonders wichtig. Hierdurch kann die zukunftsweisende Energiegewinnung vorangetrieben werden.

Die EEG-Umlage steigt zum 01.01.2013 von 3,59 Cent/kWh auf 5,3 Cent/kWh netto ( zzgl. Mehrwertsteuer ).

Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Steigerung von knapp 47 Prozent.

Erhöhung der KWK-Umlage

Was ist das eigentlich?

Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK-) Anlagen erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme. Dadurch wird ein höherer Nutzungsgrad erreicht, wodurch Brennstoff eingespart und Kohlendioxid-Emissionen gemindert werden können. Betreiber von KWK-Anlagen erhalten einen gesetzlichen festgelegten Zuschlag. Diese Kosten werden gemäß Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G) auf die Verbraucher umgelegt.

Bei der Erzeugung von Strom geht viel Energie verloren. Von der in herkömmlichen Kraftwerken eingesetzten Primärenergie ( bspw. In Form von Kohle oder Gas ) kommt nur etwa 35 Prozent an der Steckdose an. Den Rest geben die Kraftwerke in Form von Wärme, die bei der Erzeugung von Elektrizität entsteht, ungenutzt an die Umgebung ab. Um eine verbesserte Energieeffizienz zu erzielen, nutzt man das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung ( KWK), bei der über 90 Prozent der eingesetzten Energie verwertet werden kann.

Um die Stromerzeugung aus KWK zu fördern, ist im April 2002 das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G) in Kraft getreten. Der Zweck des KWK-G ist es, die Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung in Deutschland zu erhöhen.

Die KWK-Umlage steigt zum 01.01.2013 von 0,002 auf 0,126 Cent/kWh netto ( zzgl. Mehrwertsteuer).

Erhöhung der §19 STROMNEV-Umlage

Was ist das eigentlich?

Besonders energieintensive Industrieunternehmen werden seit Januar 2012 von den Netzentgelten befreit. Die dadurch entstehenden Mindereinnahmen der Netzbetreiber sollen durch diese Umlage kompensiert werden.

Im vergangenen Jahr wurden von der Bundesregierung Entlastungsreglungen für Stromintensive Industrieunternehmen beschlossen:
Nach §19 der Stromnetzentgeltverordnung ( StromNEV) werden Unternehmen, die jährlich mindestens 7.000 Stunden Strom beziehen und mehr als zehn Mio. Kilowattstunden verbrauchen, vollständig von den Netzentgelten befreit.

Die Einführung der Umlage sorgte im vergangenen Jahr für viel Gesprächsstoff. Während sich zahlreiche Energieunternehmen klar gegen weitere Belastungen von Privathaushalten aussprach, wurde die Einführung der Umlage auf Seiten der stromintensiven Industrie dankbar aufgenommen. Durch die Entlastung soll die Abwanderung von Unternehmen aus Deutschland verhindert werden.

Die Umlage nach§19 der StromNEV steigt zum 01.01.2013 von 0,151 Cent/ kWH auf 0,329 Cent / kWh netto ( zzgl. Mehrwertsteuer ).

Einführung der Offshore Umlage zum 01.01.2013

Was ist das eigentlich?

Durch diese Umlage werden Betreiber von Offshore-Windparks finanziell abgesichert, sofern es zu Lieferproblemen oder anderen Verzögerungen beim Netzanschluss kommt.

In Deutschland ist der mit großen Hoffnungen erwartete Bau von Meereswindparks aufgrund fehlender Investoren ins Stocken geraten. Um den Ausbau der Offshore-Windenergie zu beschleunigen, hat die Regierung einen Gesetzesentwurf gebilligt, der auch neue Haftungsregelungen vorsieht. Durch diese Regelungen sollen die Investitionen der Betreiber von Offshore-Windparks finanziell abgesichert werden, wenn diese zum Beispiel wegen Lieferproblemen bei notwendigen Anschlusskabeln oder anderen Verzögerungen beim Netzanschluss keinen Strom liefern können. Die Kosten trägt der Privatkunde in Form der Offshore-Umlage.

Nach aktuellem Stand wird der Bundesrat die finale Einführung im Dezember dieses Jahres beschließen. Für das Jahr 2013 ist eine Umlage in Höhe von voraussichtlich 0,25 Cent / kWh netto (zzgl. Mehrwertsteuer ) im Gespräch.